Kaffee
Was ist Kaffee?
Kaffee (Standardaussprache in Deutschland: [ˈkafeː];[1][2] in Österreich und in der Schweiz: [kaˈfeː][1][3] Anhörenⓘ/?; umgangssprachlich in Norddeutschland auch [ˈkafə][4]Anhörenⓘ/?; von arabisch قهوة qahwa für „anregendes Getränk“[5][6]) ist ein je nach Röstgrad braunes bis schwarzes, psychotropes, diuretisch wirkendes,[7] coffeinhaltigesGetränk, das aus gerösteten und gemahlenen Kaffeebohnen, den Samen der Frucht der Kaffeepflanze, und heißem bzw. kaltem Wasser hergestellt wird.
Röst- und Mahlgrad variieren je nach Zubereitungsart. Kaffee enthält das Vitamin Niacin. Die Bezeichnung „Bohnenkaffee“ bedeutet nicht, dass der Kaffee noch ungemahlen ist, sondern bezieht sich auf die Reinheit des Produkts (arabisch bunn بن „Kaffeebohnen“, amharisch ቡናbunaa „Kaffee“) und dient der Unterscheidung von Ersatzkaffee (aus Zichorien, Gerstenmalzusw.). Kaffee ist ein Genussmittel.
Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten verschiedener Pflanzenarten aus der Familie der Rubiaceae gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica(Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta-Kaffee) mit vielen Sorten und Varietäten. Je nach Sorte und Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Kaffee wird in über 50 Ländern weltweit angebaut. Es existieren 124 wilde Kaffee-Arten, von denen etwa 60 % als gefährdet gelten.[8]
Gesundheitliche Wirkung
Kaffee ist aufgrund seiner biologisch wirksamen Inhaltsstoffe Gegenstand zahlreicher medizinischer Studien. Eine umfassende Übersichtsarbeit von Poole et al. (2017) zeigte, dass moderater Kaffeekonsum (drei bis vier Tassen pro Tag) mit einem verringerten Risiko für Gesamtsterblichkeit (17 % niedriger als bei Nichttrinkern), kardiovaskuläre Sterblichkeit (19 % niedriger) sowie kardiovaskuläre Erkrankungen (15 % niedriger) assoziiert ist. Auch das Risiko bestimmter Krebsarten, neurologischer Erkrankungen, Stoffwechsel- und Lebererkrankungen scheint durch moderaten Kaffeegenuss gesenkt zu werden. Ein erhöhtes Risiko durch Kaffee konnte überwiegend nicht bestätigt werden, sofern ausreichend für Tabakkonsum kontrolliert wurde. Ausnahmen sind Schwangerschaftskomplikationen, darunter niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt und Schwangerschaftsverlust, sowie ein erhöhtes Frakturrisiko bei Frauen.[9]
Eine weitere Übersichtsarbeit von O’Keefe et al. (2013) bestätigte, dass ein täglicher Konsum von etwa zwei bis drei Tassen Kaffee mit neutralen bis positiven Effekten auf die kardiovaskuläre Gesundheit einhergeht, insbesondere einer verringerten Inzidenz von Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas, Depression und neurodegenerativen Erkrankungen. Der Einfluss auf das Lipidprofil hängt allerdings von der Art der Kaffeezubereitung ab; unfiltrierter Kaffee kann Cholesterinwerte negativ beeinflussen. Trotz der überwiegend positiven epidemiologischen Daten sind zur abschließenden Klärung der Kausalität der Beobachtungen weitere randomisierte kontrollierte Studien notwendig.[10]
Dagegen können Kaffeetrinker mit Typ-2-Diabetes nach akuter Einnahme von Koffein eine um 21 % erhöhte Blutzuckerantwort und um 48 % erhöhte Insulinantwort nach Mahlzeiten aufweisen. Dies könnte die glykämische Kontrolle negativ beeinflussen und Risiken für diabetische Komplikationen erhöhen.[11]
Zudem interagiert Kaffee signifikant mit verschiedenen Medikamenten. Beispielsweise kann Kaffee die Aufnahme von L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) im Darm erheblich verringern, wodurch die Therapie einer Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigt werden könnte.[12] Darüber hinaus beeinflusst Kaffee die pharmakokinetischen Eigenschaften zahlreicher anderer Medikamente, etwa durch Beeinflussung der Arzneimittelabsorption, -verteilung, -metabolisierung oder -ausscheidung. Dies kann klinisch relevante Folgen wie eine gesteigerte therapeutische Wirkung, Therapieversagen oder toxische Reaktionen zur Folge haben.[13]
Koffein, der Hauptwirkstoff von Kaffee, interagiert zudem mit Arzneistoffen wie Donepezil, das bei Alzheimer-Erkrankung verwendet wird. Niedrige Koffeindosen verbessern möglicherweise die antioxidative Wirkung von Donepezil ohne dessen anticholinesterase Effekt signifikant zu beeinflussen. Höhere Koffeindosen könnten jedoch den therapeutischen Nutzen von Donepezil verringern.[14]
Schließlich ist bekannt, dass der häufig als Antidepressivum verwendete Wirkstoff Fluvoxamin die Clearance von Koffein erheblich verringert, was zu einer verlängerten Halbwertszeit und möglicherweise toxischen Wirkungen bei hohen Koffeindosen führen könnte.
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